ROY BLACK

ROY BLACK

Roy Black (Künstlername von Gerhard „Gerd“ Höllerich; * 25. Januar 1943 in Straßberg; † 9. Oktober 1991 in Heldenstein)

Roy Black war einer dieser Künstler, bei denen Image und Realität oft meilenweit auseinanderklafften. Für sein Publikum war er der strahlende „Schmusesänger“ mit dem sanften Lächeln, aber hinter den Kulissen war er ein Mann, der zeitlebens damit kämpfte, in eine Schublade gesteckt worden zu sein, die ihm eigentlich viel zu eng war.

Hier ist ein Überblick über sein bewegtes Leben:

Der Rock ’n’ Roller im Schlager-Gewand

Geboren wurde er 1943 als Gerhard Höllerich in der Nähe von Augsburg. Sein Herz schlug eigentlich für den Rock ’n’ Roll – sein Künstlername „Roy Black“ war eine Hommage an sein Idol Roy Orbison und seine schwarzen Haare.

Der große Umbruch kam 1966 mit dem Lied „Ganz in Weiß“. Es war der Song, der ihn über Nacht zum Superstar machte, ihn aber gleichzeitig für den Rest seines Lebens auf die Rolle des Schlager-Idols festlegte. Gerhard Höllerich, der eigentlich lieber kantige Musik gemacht hätte, wurde zur Marke Roy Black.

Die goldenen Jahre und der Film

In den späten 60ern und frühen 70ern war er praktisch omnipräsent. Er verkaufte Millionen von Platten und drehte am laufenden Band Musikfilme und Komödien (oft an der Seite von Uschi Glas). Er war der absolute Liebling der Bravo-Generation und der Schwiegermütter gleichermaßen. Doch dieser Erfolg hatte einen Preis: Der enorme Druck und die ständige Erwartung, der perfekte „Saubermann“ zu sein, setzten ihm psychisch stark zu.

Krise und das Comeback als Hotelchef

Mitte der 70er Jahre wendete sich das Blatt. Der Zeitgeist änderte sich, der klassische Schlager war weniger gefragt, und Roy Black schlitterte in eine tiefe private und berufliche Krise, gezeichnet von Alkoholproblemen und Depressionen.

Sein spätes Comeback war fast schon filmreif: 1989 übernahm er die Hauptrolle in der RTL-Serie „Ein Schloß am Wörthersee“. Als Hotelchef Lennie Berger eroberte er die Herzen eines Millionenpublikums zurück. Es schien, als hätte er sich gefangen und seinen Frieden mit der Rolle des Publikumslieblings gefunden.


Ein einsames Ende

Der Schock kam im Oktober 1991. Nur wenige Tage nach der Geburt seiner Tochter wurde Roy Black leblos in seiner Fischerhütte in Heldenstein gefunden. Er starb mit nur 48 Jahren an Herzversagen. Bis heute ranken sich Mythen um seinen Tod, aber Fakt ist: Sein Herz war nach Jahren des Raubbaus und der emotionalen Achterbahnfahrten einfach am Ende.

Roy Black bleibt als eine der tragischsten Figuren der deutschen Unterhaltungsgeschichte in Erinnerung – ein Mann, der von Millionen geliebt wurde, sich selbst aber oft im falschen Film fühlte.

FILMOGRAFIE

1968: Paradies der flotten Sünder

1968: Immer Ärger mit den Paukern

1969: Unser Doktor ist der Beste

1969: Hilfe, ich liebe Zwillinge!

1970: Wenn du bei mir bist

1970: Wer zuletzt lacht, lacht am besten

1971: Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut

1971: Hochwürden drückt ein Auge zu

1972: Kinderarzt Dr. Fröhlich

1972: Grün ist die Heide

1973: Alter Kahn und junge Liebe

1974: Schwarzwaldfahrt aus Liebeskummer

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