Der Meister des Wortwitzes und warmherzigen Humors
Heinz Erhardt (* 20. Februar 1909 in Riga, Russisches Kaiserreich; † 5. Juni 1979 in Hamburg-Wellingsbüttel)
Heinz Erhardt wurde 1909 in Riga geboren. Sein Weg auf die großen Bühnen war alles andere als geradlinig. Er wuchs bei seinen Großeltern auf, die ein Musikhaus besaßen. Das prägte ihn: Sein Herz schlug eigentlich für die Musik, er wollte Pianist und Komponist werden. Dass er später seine Texte oft am Klavier begleitete, war also kein Zufall, sondern sein eigentliches Handwerk.
Der Weg zum Erfolg
In den 1930er Jahren zog es ihn nach Berlin. Er arbeitete als Kabarettist, doch der ganz große Durchbruch kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg. In einer Zeit, in der Deutschland sich nach Leichtigkeit sehnte, war Erhardt genau der Richtige. Er erfand die Figur des „kleinen Mannes“, der über seine eigenen Worte stolpert, den Satzbau kunstvoll verknotet und dabei eine entwaffnende Harmlosigkeit ausstrahlt.
Seine Spezialität war der Schüttelreim und das Spiel mit der deutschen Sprache. Er nahm die Bürokratie und die deutsche Gründlichkeit aufs Korn, aber nie bösartig. Er war der „Schelm“, dem man einfach nicht böse sein konnte.
Privatmann und spätes Schicksal
Hinter der Bühne galt Heinz Erhardt als eher zurückhaltend, fast schon schüchtern. Er war seit 1934 mit seiner Frau Gilda verheiratet, die er liebevoll seine „Lebensabschnittsgefährtin“ nannte – wobei dieser Abschnitt sein ganzes Leben dauerte.
Tragischerweise erlitt er 1971 einen schweren Schlaganfall. Er überlebte, verlor aber die Fähigkeit zu sprechen. Für einen Mann, dessen gesamtes Leben aus Worten und Wortwitz bestand, war das ein schweres Los. Er verbrachte seine letzten Jahre zurückgezogen in Hamburg-Wellingsbüttel, bis er 1979 verstarb. Doch seine Gedichte wie „Die Made“ oder „Der König Erl“ sind bis heute Klassiker in jedem Deutschunterricht – und das völlig zurecht.
Auswahl seiner bekanntesten Filme
- 1949: Gesucht wird Majora
- 1950: Liebe auf Eis (Männer um Angelika)
- 1955: Drei Tage Mittelarrest
- 1956: Ich und meine Schwiegersöhne
- 1956: Die gestohlene Hose
- 1956: Mädchen mit schwachem Gedächtnis
- 1956: Drei Bayern an der Spree
- 1957: Der müde Theodor
- 1957: Witwer mit 5 Töchtern
- 1958: Immer die Radfahrer
- 1958: So ein Millionär hat’s schwer
- 1958: Vater, Mutter und neun Kinder
- 1959: Der Haustyrann
- 1959: Natürlich die Autofahrer
- 1959: Drillinge an Bord
- 1960: Der letzte Fußgänger
- 1961: Kauf Dir einen bunten Luftballon
- 1961: Mein Mann, das Wirtschaftswunder
- 1961: Ach Egon!
- 1961: Drei Mann in einem Boot
- 1961: Freddy und der Millionär
- 1962: Die Post geht ab
- 1962: Axel Munthe – Der Arzt von San Michele
- 1962: Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett
- 1963: Apartment-Zauber
- 1964: Wenn man baden geht auf Teneriffa
- 1964: Die große Kür
- 1965: Der Ölprinz
- 1965: Das Vermächtnis des Inka
- 1966: Das gewisse Etwas der Frauen (Come imparai ad amare le donne)
- 1968: Otto ist auf Frauen scharf
- 1969: Charley’s Onkel
- 1969: Warum hab’ ich bloß 2x ja gesagt? (Der liebestolle Schlafwagenschaffner)
- 1969: Klein Erna auf dem Jungfernstieg
- 1970: Die Herren mit der weißen Weste
- 1970: Was ist denn bloß mit Willi los?
- 1970: Das kann doch unsren Willi nicht erschüttern
- 1971: Unser Willi ist der Beste
- 1972: Willi wird das Kind schon schaukeln

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